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Der Olivenbaum – ein Symbol des Friedens, der Heilkraft und der Weisheit.

Im ganzen mediterranen Raum ist der Olivenbaum ein charakteristischer Baum, da er ein Klima benötigt, das sich durch milde Winter, regenreiche Frühlinge und Herbste sowie trockene, heiße und lichtreiche Sommer auszeichnet. Seine Früchte reifen erst nach den heißen Monaten und frühestens im Herbst wird geerntet.

Der Olivenbaum hat eine lange alte Tradition, er ist Existenzgrundlage und Grundnahrungsmittel vieler Menschen in Palästina. 1.000 km² Land sind in den palästinensischen Gebieten mit Olivenbäumen bepflanzt, 20 km² in Israel. In den palästinensischen Gebieten erbringt ein Olivenbaum durchschnittlich neun Kilo Oliven, woraus etwa zwei Liter Öl gewonnen werden.

Der Olivenbaum wächst langsam, unter günstigen Umstanden trägt er bereits nach fünf Jahren Früchte, seine volle Entwicklung erreicht er nach 20 Jahren. Ein Baum im Alter von 35 bis 150 Jahren befindet sich in voller Reife und ist am ertragreichsten. Nach 150 Jahren beginnt er zu altern und der Ertrag wird unregelmäßig.

Ein Olivenbaum kann bis zu 20 Meter hoch werden. Um ihn für die Ernte niedrig zu halten wird er beschnitten. Dieses Abfallholz sowie das der Bäume, die keine Früchte mehr tragen, verwenden die Olivenholzschnitzer für ihre kunsthandwerklichen Arbeiten.

Das Holz muss etwa ein Jahr austrocknen, bevor es verarbeitet werden kann.

Das Olivenholz ist ein hartes Holz, das sich nur schwer bearbeiten lässt. Alle unsere Produkte sind handgearbeitet, dabei werden technische Geräte verwendet: Bohr- und Schleifmaschinen, Bandsägen, Kopierfräsen. Die Maschinen sind veraltet und vieles wird improvisiert. Werkzeuge werden oft selbst hergestellt, z. B. wird ein Nagel so präpariert, dass damit die Gesichter der Figuren ausgearbeitet werden können.

Rund 500 christliche Familien leben in Beit Jala und Beit Sahour rund urn Bethlehem vom Verkauf ihrer Holzarbeiten aus Olivenholz. Wenige Touristen reisen nach Bethlehem. Die meisten besichtigen nur die Geburtskirche und reisen wieder ab. Die vielen Läden rund um den Zentralplatz, in denen sich so mancher Tourist seine Weihnachtskrippe oder Baumanhänger gekauft hat, sind geschlossen.